Implementierung von hreflang: Darauf musst du achten
Eine korrekte Implementierung von hreflang in eine mehrsprachige Website ist alles andere als trivial. An vielen Stellen gilt es, Dinge und Zusammenhänge zu beachten. Mit dieser Aufstellung bekommst du einen grundlegenden Überblick über die korrekte Implementierung via HTML-Head.
Probleme durch falsche hreflang-Implementierung
Indexierung falscher Zielseiten
Fehlerhafte hreflang-Angaben können dazu führen, dass Suchmaschinen die falsche Sprach- oder Länder-Version einer Seite indexieren beziehungsweise ausliefern. Dies kann dazu führen, dass Nutzer auf einer nicht passenden Version der Seite landen, beispielsweise auf der deutschsprachigen Seite für Österreich anstelle von der deutschsprachigen Seite für Deutschland.
Das kann unter anderem dann zu einem Problem werden, wenn der Inhalt auf einer Produktseite zwar identisch ist, es aber Unterschiede beim Preis und den rechtlichen Bedingungen gibt. Oder wenn ich als Konsument die Info bekomme, dass ich das Produkt gar nicht kaufen kann, weil ich eine Lieferadresse in Deutschland habe aber der Shop-Bereich Österreich adressiert.
Schlechtere Benutzererfahrung / UX
Nutzer, die auf der falschen Sprach- oder Länderversion einer Website landen, haben eine schlechtere Benutzererfahrung, da sie möglicherweise nicht in ihrer bevorzugten Sprache oder mit relevanten regionalen Informationen angesprochen werden.
Dies kann zu einer höheren Absprungrate und geringeren Interaktionen auf der Seite führen.
Tipp: Mit einem Tech SEO Audit finden und priorisieren mit Probleme und begleiten dich auch bei der Umsetzung!
Technische Anforderungen
Korrekte Sprach- und Länder-Codes nutzen
- Alle verwendeten Sprach- und Länder-Codes müssen den Standards ISO 639-1 (für Sprachen) und ISO 3166-1 (für Länder) entsprechen.
- Fehlerhafte Codes, wie z.B. ungültige Sprach- oder Länderkombinationen oder interne Bezeichnungen, müssen vermieden werden.
HTML-Sprache und hreflang-Angabe müssen übereinstimmen
- Die im lang-Attribut des <html>-Tags angegebene Sprache muss mit den im hreflang-Tag angegebenen Sprachcodes übereinstimmen. Das schafft neben der Konsistenz auch ein verbessertes Verständnis für weitere Suchmaschinen neben Google, beispielsweise Bing.
- Beispiel: Eine Seite, die für Englisch in Großbritannien gedacht ist, muss sowohl das lang="en-GB" im HTML-Tag als auch ein hreflang="en-GB" in den hreflang-Tags besitzen.
hreflang-URLs müssen kanonisch und indexierbar sein
- Die URLs, die in den hreflang-Tags referenziert werden, müssen kanonisch sein und vom Suchmaschinen-Crawler indexiert werden können.
- URLs, die auf nicht indexierbare Seiten (wie 404-Fehlerseiten) oder auf weitergeleitete Seiten verweisen, müssen vermieden werden.
hreflang-Verweise müssen mit Status Code 200 antworten
- Alle Seiten, die in hreflang-Tags referenziert werden, müssen mit dem HTTP-Statuscode 200 antworten.
- Seiten, die 404, 301 oder andere Fehlercodes zurückgeben, dürfen nicht als Ziel in hreflang-Tags verwendet werden.
hreflang-Verlinkungen müssen reziprok sein
- Die hreflang-Links müssen in beide Richtungen konsistent sein. Jede Seite, die auf eine andere Sprach- oder Länderversion verweist, muss auch eine entsprechende Rückverlinkung in den hreflang-Tags vorweisen.
- Beispiel: Wenn Seite A auf Seite B mit hreflang="de-DE" verweist, muss auch Seite B auf Seite A mit hreflang="de-DE" verweisen.
Jede URL darf nur einer Land-Sprache-Kombination zugewiesen werden
Jede URL darf nur eine eindeutige Land-Sprache-Kombination erhalten. Zum Beispiel darf eine Seite nicht gleichzeitig mit hreflang="en-US" und hreflang="en-GB" referenziert werden.
Jede URL muss eine Selbstreferenz aufweisen
Jede Seite muss einen hreflang-Tag enthalten, der auf sich selbst verweist (Selbstreferenz), um den Crawlern zu signalisieren, dass dies die korrekte Version für eine bestimmte Sprach- oder Länderkombination ist.
Fehlende hreflang-Tags durch Fallback-Strategie abdecken
Falls für eine Sprach- oder Länderversion keine URL existiert, sollte ein Fallback-Mechanismus festgelegt werden, um zu einer universellen Version (z.B. einer englischen oder globalen Version) weiterzuleiten.
Doppelte oder widersprüchliche hreflang-Angaben vermeiden
- Es dürfen keine doppelten hreflang-Tags auf einer Seite vorhanden sein.
- Widersprüchliche Tags können sowohl auf der Seite selbst als auch über HTTP-Header auftreten. Solche Inkonsistenzen sollten unbedingt vermieden werden.
Test und Monitoring der hreflang-Implementierung
Es sollte regelmäßig getestet werden, ob die hreflang-Implementierungen korrekt sind. Hierfür können z.B. Tools wie ahrefs oder Screaming Frog SEO Spider genutzt werden, die Fehler bei der Implementierung von hreflang anzeigen.
Mit unserer strategischen SEO Beratung bist du auf der sicheren Seite!
Unterschied zwischen Übersetzung und Lokalisierung
Im Kontext der Mehrsprachigkeit ist es auch wichtig, kurz auf “Übersetzung” und “Lokalisierung” einzugehen. Obwohl beide Begriffe oft synonym verwendet werden, gibt es zwischen ihnen wesentliche Unterschiede, die für die Erstellung und Anpassung von Inhalten auf internationalen Märkten von Bedeutung sind.
Was ist eine Übersetzung?
- Definition: Übersetzung bezieht sich auf den direkten sprachlichen Transfer von Texten von einer Sprache in eine andere, wobei die Bedeutung und der Kontext des Originals erhalten bleiben.
- Fokus: Der Fokus liegt darauf, die exakte Bedeutung und Grammatik von Wörtern, Sätzen und Absätzen korrekt zu übertragen. Ziel ist es, den Inhalt so präzise wie möglich in die Zielsprache zu übertragen, ohne dabei den Sinn zu verfälschen.
- Beispiel: Ein englischer Text wie “Click here to get started” würde in die deutsche Sprache als “Klicken Sie hier, um zu beginnen” übersetzt werden.
Was ist eine Lokalisierung?
- Definition: Lokalisierung geht über die reine Übersetzung hinaus und bezieht sich auf die Anpassung von Inhalten an die kulturellen, sprachlichen und regionalen Unterschiede einer Zielgruppe. Sie berücksichtigt nicht nur die Sprache, sondern auch die lokalen Normen, Bräuche, rechtlichen Anforderungen und technische Gegebenheiten.
- Fokus: Lokalisierung zielt darauf ab, Inhalte so zu gestalten, dass sie für die Zielgruppe nicht nur verständlich, sondern auch relevant und ansprechend sind. Dabei werden kulturelle Unterschiede berücksichtigt, wie z.B. unterschiedliche Feiertage, Maßeinheiten, Währungen, Humor und visuelle Präferenzen.
- Beispiel: Der englische Text “Click here to get started” könnte in einer lokalisierten deutschen Version als “Jetzt starten” oder “Loslegen” formuliert werden, um eine direktere und weniger formelle Ansprache zu wählen.
